"Anton"
Max
Audi Sportscars Experience



Hamburg, 15.08.2008: Einmal im Leben einen 420 PS-Boliden bewegen. Einmal im Leben im betörenden Audi R8 über die Rennstrecke fliegen und sich vom Profi zeigen lassen, wo angebremst, eingelenkt und wieder voll herausbeschleunigt werden muss. Einmal den Adrenalin-Kick bei einsetzendem Regen und beängstigend spätem Bremsen vor der Kurve erleben - all das bietet die Audi Sportscars Experience. Ich habe mich für euch am Eurospeedway Lausitz unters PS-süchtige Volk gemischt und miterlebt, was einem für min. 1000 Euro Tagespauschale alles geboten wird. Unter dem Oberbegriff "Rennstreckentrainings" bieten die Audianer gleich drei solcher Events an. "Erlebnis Rennstrecke", "Erlebnis Rennstrecke Pro" und "Perfektionstraining" können unter www.audi.de/drive gebucht werden, als Strecken stehen unter anderem der Nürburgring, der Eurospeedway Lausitz, Sachsenring, Salzburgring und Spa zur Wahl.

Ich trudele morgens um 8.30 Uhr als Erster auf der Strecke ein. Ich bin mit dem Wagen angereist, habe nicht wie die anderen Teilnehmer im Hotel die Nacht verbracht. Leise, still und beschaulich liegt der Eurospeedway da, hinter der Boxengasse stehen einige Audi A4 3.2 V6, zwei R8 und ein Truck vom Audi Driving Experience-Team. Doch wo ist der Rest der Mittelmotor-Bande? Mit dem R8-Pärchen kann man ja keinen Blumentopf gewinnen. Oder sollen sich alle Teilnehmer (über 30 sind es) zwei Autos teilen? Panik macht sich breit. Da erblicke ich den ersten Audi-Mann, genauer eine Audi-Frau. Sie begrüßt mich, geleitet mich durch eine Box in die zugehörige Gasse. Und da stehen sie: rund ein halbes Dutzend Audi RS6 und doppelt so viele R8. Was für ein Anblick. Mir steigt Pippi in die Augen. Alle Motoren laufen, alle Hauben sind offen - bei fetten Überkombi vorn, der R8 sägt hinten unter freiem Himmel. Meine Kamera ist binnen Sekundenbruchteilen in Anschlag gebracht, ich robbe auf allen Vieren, und die 2 GB-Flashkarte füllt sich in beängstigendem Tempo.

Wenig später sind alle Teilnehmer da und die Gruppe wird in die Besonderheiten der beiden Sportwagen eingewiesen. "Der R8 mit R-Tronic (Automatik) hat rechts das "N" und darunter den Rückwärtsgang. Nix mit hoch und runter um in den Leerlauf zu kommen. Geschaltet werden kann entweder über den Wahlhebel oder die Paddels hinterm Lenkrad. Wir haben aber auch Wagen mit Sechsgangbox hier. Ach ja, gaaanz wichtig: Nach den gefahrenen Runden stellen Sie die Wagen - also R8 und RS6 - bitte immer im Leerlauf und OHNE Handbremse ab. Die Scheiben kommen beim Fahren mächtig auf Temperatur und wir wollen doch nicht, dass sich die Sättel festbrennen!" Alle Teilnehmer lauschen gebannt den Instruktoren, in Gedanken sitzen sie aber alle längst hinterm unten abgeflachten Lenkrad, knallen den ersten Gang rein und jagen mit affenartiger Geschwindigkeit über die Start-und-Ziel-Gerade.

Puh, überstanden. Alles Wissenswerte habe ich aufgesaugt wie ein Schwamm, jetzt geht's ans Sportgerät. Die Teilnehmer sind in drei Gruppen aufgeteilt worden, begeben sich zu den Wagen und wissen "jetzt wird’s ernst". Der Handlingkurs des Eurospeedways ist auf der Hälfte getrennt, eine Gruppe übt jeweils einen Abschnitt (die Dritte entschwindet zum ESP-Testen). Vorweg fährt ein Instruktor, der jeden Millimeter des Kurses kennt. Der Anführer meiner Gruppe war früher im Langstreckenpokal unterwegs, hat Benzin statt Blut in den Adern und strahlt eine wahnsinnige Ruhe aus. Doch das täuscht. Die Runden werden immer schneller und der Leitwolf schneidet so aggressiv präzise in die Kurven, dass ich vor Neid ganz grün werde. Hinzu kommt, dass er immer eine Hand am Walkie-Talkie hat, den Jungs und Mädels seiner Gruppe ständig Tipps gibt. Nach und nach besetzten alle einmal die Position direkt hinter dem Anführer, müssen sich dann über Funk "… noch weiter raustragen lassen, die ganze Breite nutzen" oder auch "noch mehr Rausbeschleunigen. Jetzt Voll drauf!" anhören.

Die Zeit fliegt vorbei, die R8-Turns sind viel zu schnell vorbei und die ESP, bzw. ABS-Tests im Anschluss stelle ich mir vergleichsweise langweilig vor. Doch nichts da. Die bereits am Morgen gesichteten A4 3.2 V6 werden auf kürzester Distanz auf Tempo 90 bis 100 beschleunigt, dann durch ein Pylonentor gezirkelt und anschließend je nach Anzeige auf dem Armaturenbrett nach rechts oder links an einem fiktiven Hindernis vorbeigeschmissen - natürlich in Kombination mit einer brutalen Vollbremsung (bis zum Krampf im Fuß) und überwacht von Instruktor und Messgerät im Instrumententräger. Erbarmungslos zeigt das die Reaktionszeit und das gefahrene Tempo an. "Sehr gut gemacht Herr Kriebel. Doch leider sind sie genau in die falsche Richtung ausgewichen. Den Elch hätten Sie damit voll aufs Korn genommen!" Scheiiiiiiße!!!!! Aber is schon klar, wenn's links rot leuchtet, heißt's nach rechts ausbrechen und andersrum. Die nächsten Male klappt's immer besser und am Ende streikt nicht nur ein A4 mit aufgerauchter Kupplung (ich war's nicht) sondern ich bekomme ein fettes Lob, habe blitzschnell reagiert und keinen Pylon getroffen. Cool! Es ist echt erschreckend beeindruckend, zu was ESP fähig ist.

Nach dem aufgefahrenen Mittags-Buffet geht's zur Helmausgabe, es steht die Erkundung der "ganzen" Rennstrecke an. Jetzt soll das Gelernte in schnellen Runden (unter Führung) umgesetzt werden, in R8 und RS6 geht's im Folgenden an die Grenzen unseres Könnens. In Fünfer-Gruppen bügeln wir über den Kurs, steigern uns von Runde zu Runde. Die Kurven werden immer flüssiger genommen und die schnell näher rasende Mauer zu Beginn der Start und Zielgraden verliert bald etwas von ihrem Schrecken. Irgendwann zeigt die starke Beanspruchung der Bremsen (nicht alle Teilnehmer sind Sportwagenerfahren) Folgen. Nach dem Wechsel des Wagens von R8 R-Tronic auf eine handgeschaltete Version verjage ich mich tierisch, als das Lenkrad beim starken Anbremsen wie verrückt anfängt, zu "schlackern". Ich fahre an die Box, schildere der Crew meinen Eindruck und höre: "Tja, die Bremsen haben sich etwas verzogen. Da ist aber weiter nicht schlimm, die Leistung stimmt immer noch." O.K., dann schnell wieder auf die Strecke. Ich bin ja kein Angsthase und will schließlich jede Minute auskosten.

Kurz vor Schluss des Events verfinstert sich der Himmel und es fängt an zu regnen. "Mist" höre ich hinter mir von einem andern Teilnehmer und denke: Darauf habe ich gewartet. Wann kann man schon mal einen R8 (420 PS, Mittelmotor und Allradantrieb) unter diesen Bedingungen am Grenzbereich bewegen!? Eben! Also raus in den Regen, und hinterm Leithammel eingereiht. Zu dritt machen wir uns auf die Strecke, nach anfänglichem Zögern fassen alle Vertrauen zum quattro-Antrieb und preschen durchs stehende Wasser. Natürlich muss ich es wieder übertreiben, komme am Ende einer Gerade ins Schwimmen und rausche ungebremst auf die Kurve zu. "Tangenzial Abbiegen" nennt das mein guter Freund Oliver Spang und seine Worte "wird schon gut gehen" hallen in meinen Ohren. Es geht gut, ich drücke die Karre mit zwei Rädern im Grün durch die Kurve und nehme mir vor, das Tempo zu drosseln. Inzwischen pendelt sich der Adrenalin-Pegel weit oben ein und schon nach einer weiteren Runde lasse ich es wieder krachen. Bis zum Beginn der Start-Ziel-Geraden. Die Wand kommt schnell näher, ich nehme etwas unbedacht den Fuß vom Gas, woraufhin das wunderschöne R8-Heck sich mit der Mauer zu einem Klumpen Schrott vermählen möchte. Wieder muss ich instinktiv - und inzwischen geübt - reagieren und fange die beglaste Unterkunft des V8-Aggregats wieder ein. Jetzt reicht’s.

Schweißnass aber überglücklich schäle ich mich aus dem Gestühl des R8, denke an die 1100 Euro, die solch ein Selbstfindungstrip der Audi AG kostet und komme zum Ergebnis: das ist gut angelegtes Geld. Immerhin wollen viele Autoverleiher das gleiche Geld für einen Tag R8-Fahren haben. Zusätzlich muss aber fast immer eine horrende Summe Pfand hinterlegt werden und auf eine Rennstrecke darf man mit dem Wagen natürlich auch nicht. Zu ähnlichten ANsichten kommen wohl auch andere, denn alle Audi-Kurse für 2008 sind ausgebucht - sogar die in Barcelona, die mit bis zu 1600 Euro zu Buche schlagen.

 

Zur Galerie (63 Bilder):

a
€ 41.979,-
 
€ 41.900,-
 
€ 41.900,-
 
€ 41.900,-
 
€ 41.890,-
 
€ 41.890,-
 
€ 41.580,-
 
€ 41.500,-
 
€ 40.900,-
 
€ 40.890,-
 
€ 40.850,-
 
€ 40.800,-
 
€ 40.380,-
 
€ 40.290,-
 
€ 40.080,-
 

Porsche Boxster Spyder im Netz aufgetaucht Der Porsche Boxster steht für Fahrfreude in Reinkultur, das Flair eines Sportwagenherstellers und einen verhältnismäßig günstigen Einstiegspreis. Jetzt sind erste Bilder einer weiteren Porsche-Droge aufgetaucht: des Boxster Spyder.

 

Formel 1: "Es ist ein Krieg gegen Hersteller" Bei Ferrari schießt wieder in Richtung FIA und vergleicht die Abwanderung der Hersteller mit einem Kriminalroman von Agatha Christie und stellt die Frage: "Wollen wir nicht ein anderes Schlusskapitel?"

 

Ekström gewinnt Race of Champions 2009 Mattias Ekström siegte in Peking beim Race of Champions im Finale gegen Michael Schumacher. Der seinerseits hatte im Halbfinale Sebastian Vettel aus dem Rennen gekickt.

 

Race of Champions 2009: Nationscup Sie haben es wieder geschafft: Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher und die deutsche Nachwuchshoffnung Sebastian Vettel sicherten sich den Sieg im Nationencup des Race of Champions in Peking. Ihre Gegner: Jenson Button und Andy Priaulx

 

VW Scirocco 2.0 TSI von MR Car Design Mit satten 170 PS zusätlich lässt sich der "Black Rocco" genannte Scirocco 2.0 TSI nicht so einfach die Wurst vom Teller nehmen. Seine 370 Turbo-Pferdchen dürften auch waschechte Sportwagen vor schwer lösbare Probleme stellen.

 

Ken Block: Subaru Impreza TRAX STI Ken Block ist süchtig. Süchtig nach Performance und immer neuen, immer abgedrehteren Ideen rund um seinen Impreza WRX STi. Mit dem TRAX STi zeigt der verrückte Ami jetzt, dass noch viel mehr in seinem Rallyewagen steckt als man denkt.

 

BMW M3 GTS vorgestellt Zwar wurde ein Nachfolger des legendären BMW M3 E46 CLS bis zu letzt dementiert, mit dem M3 GTS bringen die Bayern nun aber doch einen legitimen Erben des "Coupé Sport Leichtbau" auf den Markt.

 

Mercedes SLS Gullwing Panamericana Noch nicht einmal auf dem Markt und schon verschandelt? Wem's gefällt, der kann sich von den US-Boys von Gullwing-America einen Bodykit für seinen Mercedes SLS AMG ordern und den Neuzeit-Flügeltürer optisch aufs Original trimmen.

 

Liqui Moly Kalender 2010 Liqui Moly setzt abermals auf ein Rezept, das so simpel ist wie von durchschlagendem Erfolg gekrönt: hübsche Frauen und sehenswerte Autos. Beides vereint gekonnt ästhetisch in Szene gesetzt.

 

Hitlers Dreiachser im Angebot Von dem nur 57 mal gebauten Dreiachser aus dem Hause Mercedes-Benz werden derzeit drei Modelle zum Kauf angeboten. Das besondere an der Neun-Millionen-Dollar-Offerte: Die Fahrzeuge sollen aus dem Besitz Adolf Hitlers stammen.

 

Charity Challenge 2008
Nordschleifenbesuch August 2008