Neue Rennstrecke: Driving Center Groß Dölln



Hamburg, 10.11.2009: 60 Kilometer nördlich von Berlin ist auf einem ehemaligen Flugplatz der Roten Armee eine der längsten, permanenten Rennstrecken der Welt entstanden. Der insgesamt bis zu elf Kilometer lange Ring im Driving Center Groß Dölln steht jetzt auch Sportwagen- und Motorradfahrern zur Verfügung.

Mehr als 50 Jahre lang donnerten waffenstarrende Suchoi-Jagdbomber über die Piste. Anfang der 1990er Jahre kam dann das Aus: Mit dem Zusammenbruch von Sowjetunion und DDR verlor auch der militärische Vorposten der Roten Armee seine Daseinsberechtigung. Offiziere, Mannschaften, Jets, Hubschrauber und die gesamte Infrastruktur wurden abgezogen. Zurück blieb Platz, sehr viel Platz. 1500 Hektar groß ist das ehemals hermetisch abgeriegelte Areal des Fernbomberflugplatzes Templin/Groß Dölln. Geblieben sind kilometerlange Rollfelder, Start- und Landebahnen in nach wie vor hervorragendem Zustand.

An einem nebelverhangenen Herbstmorgen des Jahres 2009 nehmen fünf Audi R8 V10 die Betonbahnen unter ihre Breitreifen. An der Spitze ein silberfarbenes "DTM Safety Car". Die Kolonne bewegt sich über das Rollfeld, biegt sanft beschleunigend auf die Startbahn ein. Der graue Beton glänzt vor Nässe, die großen Warnleuchten des Safety Car schicken grellgelbe Lichtfinger in den Dunst. Dann ändert sich der Fahrbahnbelag. Aus dem Beton wird Asphalt, statt der vier Kilometer langen, schnurgerade Piste haben die Fahrer nun eine kurvenreiche, leicht hügelige Strecke vor sich, die Ideallinie begrenzt durch rot-weiße Curbs, jene für Rennstrecken typischen Randsteine. "Jetzt sind wir auf dem ganz neuen Herzstück des Kurses", verrät Jörg Völske. Der 41-Jährige steuert das Safety Car. Er ist Chef-Instruktor des Driving Centers Groß Dölln, dem Betreiber der Anlage. Seine Aufgabe: Führung und das Handling der Strecke testen.

"Knapp 2,5 Kilometer lang und zwölf Meter breit ist der neue Track", schreit Völske und versucht das Crescendo des 525-PS-Triebwerks zu übertönen. Es geht durch elf Links- und acht Rechtskurven, G-Kräfte zerren an den Nackenmuskeln, der Magen meldet sich, dann ist man wieder am Ausgangspunkt.

Action im Morgengrauen
Anlass für dieses morgendliche PS-Manöver ist die Fertigstellung des asphaltierten Rundkurses, der sich durch Anschlussstellen an die Betonpisten bis auf etwa elf Kilometer erweitern lässt. Logisch, dass sich die Instruktoren des Driving Centers, die sonst Fahrsicherheitstrainings durchführen, diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Und nachdem auch eine Gruppe polnischer Kawasaki-Fahrer ein paar Dutzend Runden ohne Ausrutscher überstanden hat, steht fest: Der neue Teil der Strecke ist in jeder Beziehung perfekt.

"Wir haben auch nichts anderes erwartet", meint Peter Moers, 46, Betriebsleiter des Driving Centers. Schließlich sei der Kurs vom Meister des Formel-1-Rennstreckenbaus, Hermann Tilke aus Aachen, realisiert worden. "Zu Tilkes Projekten gehören beispielsweise der ‚Shanghai International Circuit' in China, der ‚Yas Marina Circuit' in Abu Dhabi und der für 2010 neu in den Formel-Zirkus aufgenommene ‚Korean International Circuit' in Südkorea", erzählt Moers nicht ohne Stolz. Entsprechend hoch seien die Investitionen gewesen: "3,2 Millionen Euro sind für die Baukosten draufgegangen. Hinzu kommen rund 250.000 Euro für das Genehmigungsverfahren." Doch nun habe man den behördlichen Segen für Motorsportveranstaltungen und Tests "wie andere bekannte Rennstrecken auch."

Neben vielen namhaften Automobilherstellern hat auch Audi bereits entschieden, die neugebaute Rennstrecke als Schwerpunkt für die "Audi Driving Experience" zu wählen. Und VW wird den Ring zum zentralen Stützpunkt für Sportfahr- und Lizenzlehrgänge mit dem GTI ausbauen. "Wir gehen davon aus, dass sich auch BMW, Lexus, Toyota und der Nutzfahrzeugsektor für unser erweitertes Angebot interessieren werden", zeigt sich Moers optimistisch. "Trotzdem bleiben wir unserer verkehrspolitischen Verantwortung treu und bieten für jeden Verkehrsteilnehmer Fahrsicherheitstrainings an."

Neben dem Kerngeschäft mit der Automobilindustrie will sich Moers aber auch jene Motosportenthusiasten verstärkt widmen, die in Auto- und Motorradclubs organisiert sind und nach einer perfekten und dabei erschwinglichen Rennstrecke Ausschau halten. Da Platz ohne Ende da sei - die reine Nutzfläche des Driving Centers beträgt etwa 300 Hektar, zum Vergleich: die Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings ist etwa 125 Hektar groß - wären auch größere Veranstaltungen kein Problem. Selbstverständlich stehe die notwendige Infrastruktur zur Verfügung, vom Erste-Hilfe-Dienst mit Rettungswagen bis zur Versorgung mit Essen und Getränken. "Selbst überdachten Raum gibt es reichlich, und zwar in unseren halbtonnenförmigen Sheltern, ehemaligen Schutzbunkern für die Bomber", sagt Moers. Von den insgesamt 36 Sheltern sind 14 bewirtschaftet, jeder ist 340 Quadratmeter groß und 6,80 Meter hoch. "Zudem ist die Verkehrsanbindung günstig, bis Berlin ist es gerade mal eine Autostunde."

Das Driving Center ist laut Moers aber nicht nur auf zwei oder vier Rädern zu erreichen, auch aus der Luft: "Die Piste ist als Sonderlandeplatz bis 5,7 Tonnen Gesamtgewicht zugelassen. Wer also lieber mit Flugzeug oder Hubschrauber anreisen möchte - kein Problem."

Um die Tauglichkeit für die „breite Masse“ an Motorsportbegeisterten unter Beweis zu stellen, geht’s am 21. November gleich in die Vollen. Beim ersten „Freien Fahren“ auf dem neuen Streckenabschnitt können sich sportlich ambitionierte Fahrer an den fast 2,5 Kilometer langen Rundkurs herantasten und den Grenzbereich des eigenen Könnens und des eigenen Fahrzeugs ausloten. Für gerade einmal 69 Euro kann man von 9.00 bis 13.00 Uhr auf die Strecke (4x20 min) und für 139 Euro darf man sich von 9.00 bis 18.00 Uhr dort tummeln (8x20 min). Selbst zum Tanken muss man das Gelände des Driving Center nicht verlassen. Die ansässige Betriebstankstelle stellt Diesel und Super bereit und liegt nur fünf Prozent über dem in der Region üblichen Spritpreis. Wer jetzt seinen 911er, M3, Speedster, Supra, 350Z oder oder oder auf dem Driving Center etwas Auslauf gönnen möchte, der sollte vor dem Aufbruch zur Strecke kurz beim Betreiber durchrufen, denn die Plätze sind beschränkt. Immerhin soll jeder zu seiner ihm zustehenden Rennstrecken-Zeit kommen.

Alle weiteren Infos zur Strecke, dem Betreiber, Hotels in der Nähe und was sonst noch wichtig sein könnte, finden Sie unter www.drivingcenter.de


 

Zur Galerie:

Share/Bookmark


a
€ 4.990,-
 
€ 4.990,-
 
€ 4.990,-
 
€ 4.990,-
 
€ 4.995,-
 
€ 4.998,-
 
€ 4.999,-
 
€ 4.999,-
 
€ 4.999,-
 
€ 4.999,-
 
€ 4.999,-
 
€ 4.999,-
 
€ 4.999,-
 
€ 4.999,-
 
€ 5.000,-
 

Neue Rennstrecke: Driving Center Groß Dölln Am 21. November geht's auf dem Driving Center Dölln, 60 Kilometer vor den Toren Berlins, so richtig zur Sache. Freies Fahren ist angesagt, für 69 Euro geht's für vier Stunden auf die Piste. Doch das riesige Rennstrecken-Areal hat noch viel mehr zu bieten.

 

BMW M5 Lumma CLR 730 RS Unter der Haube des CLR 730 RS auf Basis des BMW M5 wartet ein auf 730 PS erstarkter Zehn-Zylinder darauf, endlich von der Leine gelassen zu werden. Unterstrichen wird die Power durch ein aggressives Bodykit.

 

Keating TKR schnellstes Auto der Welt? Mit über 418 km/h wurde der über 1800 PS starke Keating TKR bei seinem ersten Lauf gemessen, dann wurde des Test abgebrochen. Zum endgültigen Rekord fehlt allerdings noch ein zweiter Durchgang.

 

Zu Besuch bei Artega Wer Produktionshallen von Autoherstellern kennt, verbindet sie vor allem mit viel Lärm, geschäftigen Robotern und Hektik am Fließband. Ganz anders bei Artega, hier gleicht die Halle einem Operationssaal. Alles erscheint klinisch sauber, jedes Teil liegt sauber seziert an seinem Platz.

 

Mercedes SLR McLaren: Böser Crash in Polen Wer 500.000 Euro für einen Sportwagen locker macht, sollte auch in der Lage sein, diesen adäquat zu bewegen. Wir zeigen was passiert, wenn Sportwagenfahrer ihrem Schätzchen nicht gewachsen sind.

 

Fornasari RR600 Tender: Extravagantes Edel-SUV Das italienische Luxus-SUV soll sich dank mondänem Yacht-Schick von der Masse abheben, das gelingt jedoch bereist durch die Kombination aus extravagant auffälligem Karosseriedesign und Corvette-V8-Motor.

 

BMW M3 GTS: Neue Videos Wenn Anfang 2010 der legitime Nachfolger des M3 CSL auf den Markt kommt, können sich selbst Porsche GT3 RS und Co. auf den Rennstrecken dieser Welt nicht mehr sicher fühlen. Mit neuen Videos zeigt BMW nun noch mehr von der Power des leichtes Coupés.

 

Plymouth Road Runner Concept bei eBay Unglaublich! Für fast eine Million Dollar kann bei eBay der einzige Plymouth Road Runner der Neuzeit geordert werden. Gebaut wird der 620 PS starke Kult-Wagen allerdings erst auf Bestellung.

 

Honda NSX John Danby Racing Schon seit 1990 begeistert der Honda NSX Sportwagenfreunde weltweit. Trotzde des hohen Alters setzt Das John Danby Racing Team den kultigen und natürlich dem Zeitgeist engepassten Mittelmotor-Japaner in der Britcar Rennserie ein.

 


Lotus Exige Scura
Keating Supercar