Audi Studie Rosemeyer (Galerie des Tages)



Hamburg, 12.05.2009 (Galerie des Tages): Im Jahr 2000 war es, da wurde in Wolfsburg die Autostadt eröffnet. Zur Feier des Tages durften die ersten Besucher auch einen Blick auf die Studie "Rosemeyer" werfen. Was Audi zu diesem radikalen Supersportwagen schrieb, haben wir im Folgenden für Sie noch einmal ausgegraben. Und nun viel Spaß in der Galerie und beim Lesen des stolzen Pressetextes:

Originaltext 2000:
Die Autostadt Wolfsburg. Der Audi-Pavillon. Dunkelheit. Dann: Im Scheinwerferlicht taucht ein Fahrzeug auf, das auf den ersten Blick nicht von dieser Welt zu sein scheint. Flach, geduckt, auf dem Sprung. Ungebändigte Energie und präzise Geometrie gehen ineinander auf. Fließende, aerodynamische Linien verbinden sich mit der Klarheit unverstellter Funktionalität.

Auf den zweiten Blick aber identifiziert das Auge bekanntes: an die historischen Auto Union-Silberpfeile erinnert der monumentale Kühlergrill ebenso spontan wie die langgestreckte, sanft zum Heck hin abfallende Motorhaube mit ihren vertikalen Lufteinlass-Schlitzen. Und wie bei den historischen Silberpfeilen reflektiert die matt schimmernde Karosserie aus gebürstetem Aluminium das einfallende Licht als eine beinahe magisch glänzende Aura.

Es ist offensichtlich: Wie die Silberpfeile könnte ein 16-Zylinder-Mittelmotor auch dieses flache Coupé antreiben. Zwischen den riesigen Rädern in weit nach oben ausgeformten Radhäusern ist viel Platz. Ein langer Radstand, der Raum lässt für zwei Insassen und einen großvolumigen Motor vor der Hinterachse.

Kurze, wie aus dem Vollen geschnitzte Überhänge betonen zusätzlich den langen Radstand, unterstreichen den kraftvollen Auftritt aus der Seitenansicht. Einen großvolumigen Mittelmotor mit sechzehn Zylindern, daran erinnert sich der Betrachter, hatten die Renn- und Rekordwagen der Auto Union in den dreißiger Jahren an Bord. Rennwagen, die Fahrer-Legenden wie Bernd Rosemeyer und Tazio Nuvolari von Sieg zu Sieg jagten.

Doch nicht nur die Geschichte ist präsent bei dieser ersten Begegnung mit jenem unglaublichen Fahrzeug unterm Dach des Audi-Pavillons. Die klaren architekto­nischen Linien mit der Kuppel des Dachs, die Radhäuser in Form eines exakten Halbkreises, die hohe Gürtellinie ? sie assoziieren sofort die Nähe zur aktuellen Design-Philosophie von Audi, die Verwandtschaft zum Design-preisgekrönten TT.

Die neue Studie des Audi Design-Teams ist gleichsam der Schlußakkord des Marken-Auftritts in der Auto-Stadt. Sie schlägt einen Bogen zwischen Ver­gangenheit und Gegenwart, zwischen Tradition und Vision. Sie führt die Linie von der Vergangenheit über die Gegenwart der Marke, ihrer Philosophie und ihrer Design-Kultur weiter fort in die Zukunft. Ihre Formgebung begnügt sich nicht mit Zitat und Variation, sie gewinnt dem historischen Erbe eine neue Qualität ab.

Audis Design-Studie in der Wolfsburger Autostadt ist kein fahrbereiter Prototyp und auch nicht Vorgriff auf einen Serienfahrzeug. Doch visualisiert dieses Fahrzeug das technologische Potential der Marke Audi. Leichtbau, ultimative Dynamik und funktionale Präzision prägen die Linienführung jedes Details, jeder Komponente.

Schon auf den ersten Blick: Erkennbar in den riesigen Rädern sind großdimensio­nierte, gelochte Bremsscheiben. Sie bilden den adäquaten Gegenpol zur Leistung des zweifellos kraftvollen Mittelmotors.

Keine Frage: Mit dem permanenten Allradantrieb quattro hätte Audi eine perfekte Basis, um die Kraft eines grossen Motors in Vortrieb umzusetzen, um auch eine solch ultimative Sportwagenstudie zur perfekten Fahrmaschine zu qualifizieren.

Markante Lufteinlässe gliedern die gesamte Aluminium-Karosserie, prägen vor allem das Gesicht der Audi-Studie. Entschlossen scheinen die Leuchteinheiten in der aerodynamisch ausgeformten Frontpartie die Straße in den Blick zu nehmen: hinter Klarglasabdeckungen leuchten so kompakte wie leistungsstarke Xenon-Scheinwerfer. Die flachen Leuchten sind hinter Metallblenden geschützt, die bündig auf der Karosserie aufliegen. Diese schieben sich nach oben, wenn die Scheinwerfer in Aktion treten.

Großformatige Rückspiegel verbietet der Perfektionsanspruch der Aero­dynamiker. Die Audi-Studie sieht statt dessen perfekte Rück-Sicht mit mehreren Kameras vor, die den Blick nach hinten und zur Seite auf Monitore im Cockpit projizieren.

Das Interieur des Supersportwagen: Die schnörkellose Synthese von Eleganz und Funktionalität der Karosserie setzt sich hier fort. Wie ein Rennwagen oder ein Hubschrauber-Cockpit, ist der Innenraum mit feuerfestem Nomex-Stepp ausge­schlagen. Zwei lederbezogene Sitzschalen nehmen hinter der weit herum­gezogenen Panorama-Frontscheibe Fahrer und Passagier auf. Hier findet die puristische Innenarchitektur des TT-Cockpits eine konsequente Fortsetzung.

Der dominante Mitteltunnel mit seinen blanken Aluminium-Rohren, die hohe Fensterlinie integrieren die Position des Fahrers ergonomisch perfekt in das Fahrzeug, machen ihn zum Nervenzentrum dieses Supersportwagens. Ein Arbeitsplatz im Zentrum einer Fahrmaschine.

In der Cockpit-Rückseite gibt ein Fenster den Blick frei auf das Herz dieses Automobils, auf den Mittelmotor. Dessen Puls zeigt ein riesiger analoger Dreh­zahlmesser an. Sein Design nimmt ? wie die übrigen Instrumente auch ? die Ästhetik der Leuchteinheiten auf.

Eine verstellbare Renn-Pedalerie, eine offene Schaltkulisse für das Sechsgang-Getriebe und das Lenkrad mit vier Speichen im 90-Grad-Winkel sind das ideale Instrumentarium, um das Leistungspotential dieses Fahrzeugs exakt zu dosieren.

Gebürstetes Aluminium, Carbon und Leder in höchster Qualität prägen den Charakter des Interieurs, ohne die puristische Klarheit einem Ambiente in limousinengemäßem Luxus zu opfern. Doch die Akkuratesse handwerklicher Präzisionsarbeit findet sich in überall. Sie hat jedes Material, hat jedes Detail in höchster, unverwechselbarer Vollendung gestaltet.

Zu einem Audi, wie es noch keinen gab.

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