Hamburg,
01.06.2009:Wenn’s jetzt blitzt,
bin ich meinen Lappen bis zum Jahr 2089 los – mindestens! Aber was soll ich
machen? Wenn ein 600 PS starker
M3
zum Ausritt lädt, dann haben auch 270 km/h keine Bedeutung. Aber es geht
nicht ums schnell Geradeausfahren, vielmehr gilt es, die Sprintstärke dieses
ultra bösen Bolzen auszuloten. Also runter vom Gas, abfahren, wenden,
Vierten bis 220 ziehen und Schalten. Die Skalierung des Tachos brennt in
50er-Schritten vorbei und wenn nicht bei 320 Sachen der Riegel vorgeschoben
würde, wär garantiert erst bei 340 km/h Schluss. Yiehaaaaaaaaa!
Doch
woher kommt diese bärige Kraft von 600 Pferdchen und 570 Newtonmetern die
mich so brutal in den Sitz drückt? Die Antwort liefern Tuner
G-Power und Kompressor-Spezialist ASA nur
zu gerne: T1-522 heißt das Baby, das im „SK II Clubsport“ genannten
Extrem-Umbau des serienmäßig 420 PS leistenden M3 für den Leistungsschub von
180 PS sorgt. Hinter dem kryptischen Kürzel T1-522 verbirgt sich ein
Kompressor (Radialverdichter), der von ASA gefertigt wird und dem
Vierliter-V8 des M3 schon ab Leerlaufdrehzahl ordentlich Luft in die
Brennräume drückt. Bei jedem noch zu dezenten Tritt aufs Pedal rasselt und
faucht der Riemengetriebene-Zwangsbeatmer aus vollem Hals und schiebt das
Coupé nach vorne. Sagt man von vielen getunten Wagen, dass damit auch die
wehrte Frau Gemahlin zur Arbeit fahren könnte, rate ich im Falle des „SKII
Clubsport“ dringend davon ab.
Ultra
direkt und absolut augenblicklich entwickelt der M3 von
G-Power seine Kraft. Keine
Turbo-Verzögerung oder elektronische Gedenksekunde. Wer hier nicht zu 100
Prozent bei der Sache ist, der fährt sich tot. Und zwar ruck zuck. So muss
das sein. Wer beim Autofahren über den Sinn des Lebens philosophieren oder
die Landschaft genießen will, der soll Golf GTI fahren.
Nach nur 4,6 Sekunden
knackt das böse Gefährt aus der bayerischen Provinz die 100er-Marke (DKG:
4,4 sek.) und Tempo 200 ist nach 12,7 Sekunden abgehakt (DKG: 11,8 sek.).
Untermalt werden diese Disziplinen vom Brüllen der neuen
Edelstahl-Sportendschalldämpfer mit ihren vier, 83 Millimeter messenden
Endrohren. Optional gibt’s den akustischen Stimmungsmacher auch aus Titan,
was eine Gewichtseinsparung von immerhin 14,5 Kilogramm zur Folge hat. Doch
ob Edelstahl oder Titan – schon beim Anlassen des V8-Monsters ist die
Nachbarschaft hellwach. Nicht umsonst rät mir ASA-Chef Chrisitan Stöber:„Sie
zu, dass du schon weit vor dem Ortsschild wieder langsam bist, die Leute
fangen schon an, sich wegen des „Lärms“ gegen uns zusammenzurotten.“
Ich
habe den Rat des ASA-Manns beherzigt, trotz der verführerischen Power meinen
Führerschein behalten und auch die Anwohner nicht aufgehetzt. Glücklich
zurück auf dem Hof in Autenzell werfe ich einen Blick unter die Haube. In
sattem Orange thront die gewaltige Airbox mit ihren acht integrierten
Resonanzansaugrohren auf dem Motor, verheizungsvoll verschwinden die
Ansaugrohre in der Front. Hier wartet der große G-Power-Ladeluftkühler auf
sie. Seine kühlende Wirkung hilft, ein noch besseres Luft-Sprit-Gemisch in
die Brennräume zu drücken.
Dass
die verbaute Hardware keiner Bastelbude entstammt, lasse ich mir im
Anschluss zeigen. Regale voller Kompressor-Systeme, Aerodynamik-Teile und
jeder Menge weiteren Zubehörs in Erstausrüster-Qualität lagern in den Hallen
von G-Power und ASA. „Die Teile haben wir alle mit unseren 3D-Scanner dem
Motorraum angepasst, 3D-Modelle gefräst und die fertig entwickelten Teile
dann an diverse Fabriken rund um den Globus vergeben. Auf meine Frage, ob
sich dieser große Aufwand denn Lohne, entgegnet Christian Stöber: „Erst
gestern haben wir wieder sieben Systeme in die USA verkauft. Die Jungs
drüben sind völlig verrückt nach unseren Superchargern. Allein vom SKI
verkaufen wir durchschnittlich zehn im Monat. Da sind die immensen
Entwicklungskosten nach geraumer Zeit wieder drin und es zeigt uns, dass
sich die hohe Qualität auf Dauer eben auszahlt. Immerhin ist G-Power schon
seit 25 Jahren am Start, ASA gibt’s auch schon seit über 20 Jahren Jahre und
selbst Alpina verbaut unsere Systeme – auch im B6 GT3, der beim diesjährigen
24h-Rennen auf der Nordschleife eingesetzt wurde.“
Bei
so viel Erfahrung im Tuning-Bereich sind natürlich auch die Alus im
G-Power-Programm selbst entworfen, auch wenn sie auf den ersten Blick
vielleicht nach Original-BMW-Teilen ausschauen. Bezogen mit 255/30er
Schlappen vorn und 295/25ern hinten erinnern die „Siverstone“ genannten
Räder nicht zufällig ans Original-M-Schuhwerk. Allerdings sind sie deutlich
leichter als die Münchner Derivate. Ebenfalls selbst gefertigt wird das
„G3M-RS“ –Sportfahrwerk, das natürlich in Höhe und Druckstufe einstellbar
ist und sich auf meinem ersten Ausritt im M3 aus dem Hause G-Power keine
Schwäche leistete. So wie das Gesamtpaket im Übrigen auch.
Und nun die alles
entscheidende Frage wir immer zum Schluss: Was kostet der Spaß? Für
180-PS-Leistungskur werden stramme 21.241 Euro zzgl. Montage (2.159,13
Euro) fällig, die Edelstahlabgasanlage kostet 1.895 Euro, fürs Fahrwerk
sind 1.845 Euro zu entrichten und die schicken 20-Zöller inkl. Michelin
Pilot Sport Bereifung stehen mit 8.835 Euro in der G-Power Liste.
Technische
Daten:
Modell:
G-Power BMW M3 SK II Clubsport Motor: 8-Zylinder
V8-Benziner, 4999 cm³ Leistung: 427 kW / 600 PS Drehmoment: 590 Nm Antrieb: Heck, 6-Gang
manuell 0-100km/h: 4,6 sec. Vmax: 320 km/h Preis: ca. 104.000 Euro
Text & Pics: Jan Kriebel
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